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Die verschlagene Forderung, bei den Regierungsverhandlungen mit der Farc die Präsenz von Simon Trinidad durchzusetzen, ist nur ein erster Vorgeschmack

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     von Luis Alberto Villamarin Pulido, Oberst a.D.

     Schriftteller und Untersucher strategischer Angelegenheiten

     Beim wiederholten Lesen des Buches vom linken Berichterstatter Jorge Botero über Simon Trinidad, erneuter Revision des Planes „Renacer“, seinerzeit entworfen von Alfonso Cano, nochmaligem Durchgehen der bisher gescheiterten Friedensverhandlungen mit der Farc, Überprüfung der politisch-strategischen Vorstellungen des Staates bezüglich des herrschenden Konfliktes und dem abschließenden Vergleich mit dem Strategieplan der Farc, bleibt keine Zweifel:

      Die Forderung Simon Trinidad mit an den Verhandlungstisch in Kuba zu holen, ist nur das erste Ablenkungsmanöver der Farc und ihren nationalen als auch internationalen Verbündeten, um den unkoordinierten Prozess zu beeinflussen.

     Dem werden sich weitere Tricks anschließen, die es bereits schon in früheren Verhandlungen mit anderen Regierungen gegeben hatte. Die Kommunistische Partei und ihr bewaffneter Flügel möchte keinen Frieden der auf einer sozialen Wiedereingliederung basiert, keine Überstellung an die Justiz der geistigen Autoren von tausender Verbrechen, die von den drogenterroristischen Farc -Einheiten in Kolumbien begangen wurden.

      Die Farc und ihre Verbündeten streben die vollkommende politische Macht an um eine kommunistische Diktatur nach dem Vorbild Kubas oder Nordkoreas in Kolumbien zu errichten um sich so dem Sozialismus des 21. Jahrhundert, angeführt von Hugo Chavez, anzuschließen.

     Im Namen des Friedens werden alle möglichen Kunstgriffe benutzt um das kolumbianische Volk zu manipulieren und zu betrügen, das nicht weiß, was hinter der Bühne gespielt wird. Es wird hier ein Terrain betreten ohne die Forderung richtig einordnen zu können, noch deren gefährliche Folgen abschätzen zu können.

    Eifrige Journalisten auf der Suche nach Auszeichnungen sind die Ersten die den Köder gefressen haben, und ohne es zu wissen, wirken sie so als Multiplikatoren oder Resonanzboden für das Farc-Projekt.

    Es gibt auch an diesem Verhandlungstisch nichts anderes als das, was es bisher auch schon gegeben hat: die Farc sind eine revolutionäre Armee die nur einige abgelegene Gebiete kontrolliert, sie befinden sich an einer Art Wendepunkt, sie entführen niemanden. Und so wiederholt sich eine Episode die bereits schon Pastrana (Präsident 1998-2002) auf seiner Reise nach Caguán erlebt hatte als er die Freilassung der Tochter eines Unternehmers forderte. Auch diesmal hat es den Anschein, dass es bei den Vorverhandlungen um die Freilassung eines anderen Unternehmersohnes ging. Das Ziel was die Abgesandten von Santos in den Vorbesprechungen mit den Anführern der Farc verfolgen ist, dass die Farc ihre Waffen niederlegen und inmitten des Schusswechsels verhandeln.

     Es ist die gleiche Linke die sich während er langen Verhandlung gegen Simon Trinidad in die Reihe gestellt hat, um bei ihren Kameraden in der Kommunistischen Partei für die Unschuld Trinidads einzutreten, der in den Vereinigten Staaten inhaftiert ist (und zu 60 Jahren Haft verurteilt, Anm.d.Ü.). Und auch jetzt wird mit permanenten Aktivitäten an Universitäten, Studienzentren - und ob man es glaubt oder nicht, selbst in demokratischen Kreisen des Kongresses der USA aufgewartet. Eine Situation die aus nachvollziehbaren Gründen immer von dem ein oder anderen verneint wird.

     Die Farc verlangt für die Beendigung ihres Drogenterrors, dass man sich ihrer Agenda unterwirft und deshalb werden Schwerstverbrecher mit jahrzehntelanger Erfahrung an den Verhandlungstisch geschickt. Das wird gekoppelt mit Abgesandten die mit den Aktionslinien ihres Strategieplans vertraut sind. Die Regierung hingegen tritt mit Verhandlungsführern verschiedener Ideologien an.

     Alle wurden quasi in letzter Minute ernannte ohne ein kohärentes Konzept oder eine klare Agenda zu haben, ohne ausreichende Kenntnis über die Themenliste und auch ohne Existenz von akademischen, politischen, soziologischen oder militärischen Studien über die Vorgehensweise der Terroristen.

    Ausnahmslos alle Verhandlungsführer kommen an den Tisch um die persönlichen  Ansichten und Wahlpläne des Präsidenten zu unterstützen und nicht um eine gemeinsame Strategie für den kolumbianischen Staat zu entwickeln, der auf den Erfahrungen vergangener Verhandlungen, ehemaligen Verhandlungsführern und Ministern, Politologen, außer Dienst befindlichen Militärs sowie Universitäten und politischen Think Tanks basieren sollte.

    Was bisher aus den Medien zu entnehmen ist, sind erste Annäherungen auf der gedanklichen Basis des Altachtundsechzigers Enrique Santos, in dessen Adern noch immer das Pariser Blut von damals pulsiert, sowie die politischen Ansichten von Cesar Gaviria und Ernesto Samper, beide dem Hause Santos nahestehend. Auch das eitle Bestreben Santos für seine Wiederwahl, der Friedensnobelpreis oder UN Sekretär spielen eine Rolle. Die kalkulierte Propaganda der Kommunistischen Partei mittels der geheimen Bolivarischen Bewegung der Farc, die heutzutage wie eine legale politische Gruppierung fungiert, und die enorme Desinformation der kolumbianischen Bürger über die nationale und internationale Politik treffen sich hier.

    Bei diesem Ringelpiez übernimmt die kubanische Diktatur, Förderer des Drogenterrors auf diesem Kontinent, die Rolle des Vermittlers, es gibt die politische Wiederauferstehung von Chavez, die Möglichkeit für Rafael Correa wieder als Verfechter des Friedens aufzutreten und für Norwegen bleibt nicht nur die Medienaufmerksamkeit.

    Inzwischen sind bereits Humberto de la Calle und Sergio Jaramillo dem Betrugsspiel der Farc zum Opfer gefallen, genau wie General Jorge Mora Rangel, der obgleich er den Ruf eines Viehtreibers hat, seinerzeit in Caguán zugelassen hat, dass das Infanterie-Bataillon seine Stellung verlässt und die Staatsfahne herunterholt damit ein Tuch mit den Insignien der Farc gehisst werden konnte. Auch dieses Mal wird es nicht über seine Prahlerei hinausgehen, ganz ähnlich wie die damalige Androhung des Rücktritts aller Generäle unter seiner und der Führung von General Tapias. Ein Umstand der jedoch in weniger als einer Stunde vom damaligen Präsidenten Pastrana ausgeräumt werden konnte.

     Kurz gesagt, die einzige Option die Kolumbien bleibt um die Farc zu bezwingen und Frieden am Verhandlungstisch zu erreichen, sind konkrete Militärspezialeinsätze nach dem Vorbild der Einsätze gegen Jojoy, Reyes, Cano usw; diese, selbstverständlich in Begleitung eines sozioökonomischen Entwicklungsplanes für das gesamte Land.

     Diese Vorgehensweise dient dafür, dass die Ideologen der Kommunistischen Partei und die Anführer der Farc keinen Boden mehr finden um Banditen zu rekrutieren und damit dieses makabre Verbrecherderivat der Kombination aller Formen des Kampfes nicht weitergeht und Schluss ist mit dem Ammenmärchen, dass man den Frieden nur erreicht, wenn man allen Forderungen der Farc nachgibt. Die bewaffneten und nicht bewaffneten Kommunisten  widersprechen sich selbst wenn sie angeben Repräsentanten und Verteidiger des kolumbianischen Volkes zu sein, während sie in der Praxis Massaker gegen genau dieses Volk verüben.

    In diesem Sinne ist die kühne Forderung Simon Trinidad als gewichtigen Verhandlungsführer zu benennen nur eine der vielen Tricks die von der Farc und ihren Verbündeten in synchroner Zusammenarbeit und permanenter Verfolgung ihrer Ziele aufgeboten werden.

     Diejenigen die wirklich Kolumbien darstellen, besitzen weder ausreichende Klarheit, noch den notwendigen Patriotismus und die Charakterstärke um das Problem wirklich anzugehen. Die ganze Verantwortung wird dem Militär übertragen, die im Nachgang, an der Seite eines für immer namenlos bleibenden kolumbianischen Volkes, die Leidtragenden sein werden.